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Wettkampfbetrieb

Wettkampfbetrieb

In Europa dominieren vornehmlich Computer- und Konsolenspiele, im asiatischen Raum gewinnen Handyspiele zunehmend an Bedeutung. Der E-Sport ist hierbei durch ein breites Angebot unterschiedlichster Genre und Spieletitel sehr vielfältig. Die E-Sportlandschaft unterliegt dabei einer stetigen, dynamischen Weiterentwicklung, sodass es keinen abgeschlossenen Kanon von E-Sporttiteln gibt. Unter der Verwendung unterschiedlichster Darstellungsformen, werden verschiedenste Spielgeschehen aufgegriffen und in verschiedene Genre unterteilt. Dazu zählen z. B. Sportartsimulationen, Echtzeit-Strategiespiele u.a. in Form von Multiplayer Online Battle Arenas (MOBA) oder auch First-Person-Shooter (FPS).

Publisher (Spieleentwickler)

Ohne die Zustimmung der Publisher (Spieleentwickler) ist im E-Sport die Durchführung eines Wettkampf- und Spielbetriebes nicht möglich. Auch die Spielregeln werden von den Spiele-Publishern festgelegt. Darüber hinaus steuern sie die (Profi-) Ligen, die Teams und die Vergabe der Nutzungslizenzen.

Dennoch können gleichzeitig, die Zustimmung der Publisher vorausgesetzt, verschiedenste Interessierte und Institutionen eigene Liga- und Wettkampfsysteme organisieren – die Möglichkeiten sind dabei je nach Spieletitel und Publisher sehr unterschiedlich. Entsprechend heterogen ist die Liga- und Wettkampfstruktur im E-Sport aufgebaut. Eine Struktur wie im organisierten Sport gibt es im E-Sport nicht. Auch findet bisher keine Altersdifferenzierung (Kinder, Jugend, Erwachsene, Senioren) und / oder, abgesehen von wenigen Ausnahmen (siehe ESL Impact Women’s League), Geschlechterdifferenzierung im E-Sport statt. Das Ranking-System eines jeden Spieletitels ist individuell, leistungsbezogen und alters- und geschlechtsunabhängig gestaltet. Der Großteil der existierenden Ligaformate ist daher meist kommerziell und zudem stark leistungsbezogen ausgerichtet – hier steht der Profi-E-Sport klar im Fokus. Eine Ausrichtung am Breitensport findet in diesen Formaten i. d. R. nicht statt.

Bisher gibt es nur wenige übergeordnete Angebote, welche auch den Breitensport einbeziehen. Dazu zählt u. a. die Amateurliga – der ESBD-Vereinspokal des eSport-Bundes Deutschland (ESBD), welche 2019 gegründet wurde. Diese richtet sich an die Mitglieder des ESBD auf breitensportlicher Ebene und setzt Wettkämpfe in den Spieletiteln League of Legends, Rocket League, CS:GO und Starcraft II um. Auch im organsierten Sport gibt es in NRW erste Ligastrukturen. Der FLVW  hat vier ausgewählte Kreisligen gegründet und setzt in diesen einen FIFA-Wettbewerb um. Zudem hat der Publisher Riot Games mit der Prime League  ein zusätzliches Ligasystem geschaffen, welches etablierte Profiteams wie Amateure aus dem deutschsprachigen Raum anspricht und mittels einer Kalibrierungsphase in leistungsbezogene Divisionen einteilt.

Weitere Ligastrukturen, welche grundsätzlich die Förderung der Basis bzw. des Spieletitels an sich zum Ziel haben, sind zumeist aus der E-Sport-Community der jeweiligen Spieletitel gewachsene Spielbetriebe. Die Teilnahme ist in der Regel kostenlos und sieht keine spezifischen Leistungsvoraussetzungen vor.

Neben den Ligasystemen gibt es eine unübersichtliche Vielzahl weiterer Turnierformate. Die größten Turniere stellen in der Regel die Weltmeisterschaften der jeweiligen Spieletitel dar. Die Platzierungen der Teams / Spieler*innen in den jeweiligen E-Sport-Profiligen sind ausschlaggebend für die Qualifikation zum finalen Turnier. Der Weg zu den Weltmeisterschaften wird zudem von weiteren kleineren bzw. vorbereitenden Turnierformaten flankiert – auch hier stellt die Platzierung in den jeweiligen Ligaformaten die Teilnahmevoraussetzung an den flankierenden Turnieren dar.

Daneben gibt es jede Menge weitere Turnierformate auf z. B. lokaler, regionaler oder höherer Ebene. Sponsoren wie Banken oder Krankenkassen unterstützen vor allem die Umsetzung von lokalen und/oder regionalen Turnierevents. In der Regel ist die Teilnahme kostenlos oder gegen eine kleine Gebühr möglich, zudem gibt es meist keine Leistungsvoraussetzungen. Turniere auf lokaler oder regionaler Ebene werden in der Regel analog vor Ort durchgeführt. Neben diesen Turnierformaten gibt es noch zahlreiche weitere Community-Events, welche ebenfalls analog vor Ort oder auch ausschließlich digital umgesetzt werden.